Geschichte der vergrößernden Sehhilfen

Vom Lesestein zur Leselupe

Vom Lesestein zur Leselupe

Durch vielfältige Impulse kommen in der Augenoptik stets Neuerungen zum Vorschein. Dank fortschreitender technischer Möglichkeiten werden neue Linsensysteme designt, die zuvor aufgrund mangelnder Präzision und hoher Herstellungskosten nicht umsetzbar waren. Der Werdegang vom Lesestein zu Leselupen stellt eine solche Entwicklung exemplarisch dar.

Bereits im elften Jahrhundert ist der Ursprung der ersten Aufsetzlupe zu verorten: Der arabische Gelehrte Ibn el Haitham beschreibt in seinem Werk ein gläsernes Kugelsegment, mit dessen Hilfe ein Gegenstand vergrößert erscheint. Der Lesestein gilt seither als ältestes optisches Instrument auf dioptrischer Grundlage.

Erste Entwicklungen

Macro Plus Aspheric Mit der Visolett-Lupe der Sendlinger Optischen Glaswerke aus dem Jahr 1933 erfolgte eine entscheidende Weiterentwicklung des Lesesteins. Indem die geometrische Form verändert wurde, verbesserte sich der Beleuchtungsstrahlengang der Lupe. Durch die große Kugeloberfläche konzentriert sich das Licht aus der Umgebung auf das Lesegut. Das Lupenbild befindet sich kurz hinter der Objektebene bei einem Abbildungsmaßstab von 1:1,8. Die periphere Fokussierebene ist damit mit der Bildebene nahezu identisch. Sphärische Aberrationen sind systembedingt gering. Aufgrund der Herstellung aus Glas ist das Gewicht der Visolett-Lupe jedoch nicht unerheblich.

Weitere Verbesserungen

Optische Systeme lassen sich durch einfache Veränderungen verbessern. Eschenbach Optik bildete erstmals eine herkömmliche Hellfeldlupe segmentartig aus. Makroplus besticht durch zahlreiche Vorteile: Dank der segmentartigen Gestaltung mit Schrägeinblick vereinfacht sich die Zeilenführung. Die stets gestochen scharfe Abbildung ermöglicht es, den Abstand zur Lupe je nach aktueller Situation flexibel zu variieren. Durch die hohe Akkommodationsbreite der makroplus wird der Abbildungsmaßstab verdoppelt. Da das Gewicht durch hochwertigen optischen Kunststoff deutlich reduziert wurde, können Ihre Kunden die Lupe schnell und zitterfrei über das Lesegut bewegen. Das Sehfeld wird dabei leicht ausgeleuchtet und bietet dem Nutzer ein angenehmes Sehempfinden.

Es werde Licht

makrolux Eine zusätzliche Beleuchtung bei einer Hellfeldlupe war lange Zeit nicht denkbar. Aufgrund des optischen Systems dieser Lupe schien eine externe Lichtquelle, die das Objekt beleuchtet, nahezu unmöglich. Durch eine neuartige Ausrichtung des Leuchtmittels änderte sich das: Eine SMD-Lichtquelle bringt bei der Serie makrolux mit sich, dass der Beleuchtungsstrahlengang erstmals eine helle, gleichmäßige Ausleuchtung gewährleistet. Das optimal ausgeleuchtete Sehfeld gestaltet das Lesen besonders angenehm, ohne auf die umgebenden Lichtverhältnisse angewiesen zu sein.

Um den Abbildungsmaßstab den Anforderungen von Sehbehinderten anzupassen, wurde das bestehende Linsensystem weiterentwickelt. Eine zusätzliche asphärische Linse oberhalb des asphärischen Segments erhöhte den Abbildungsmaßstab auf 1:3,6.

Neuartiges optisches System

menas LUX Für ein neuartiges optisches Linsensystem sorgt die Reihe menas von Eschenbach Optik: Die Kombination aus Meniskuslinse und Asphäre erlaubt eine randscharfe und verzeichnisfreie Abbildung bei flexiblem Leseabstand. Der hohe Abbildungsmaßstab von 1:3 kann dank eines großen Linsendurchmessers mühelos binokular genutzt werden. Da das virtuelle Bild nahe an der Objektebene liegt, erleichtert die variable Benutzungsentfernung den Umgang mit der Linse erheblich. Der neuartige optische Aufbau gestattet der Aufsetzlupe eine besonders niedrige Höhe von 45 Millimeter, die sie zu einem leichten, kompakten Begleiter für unterwegs macht.

Zu diesen Neuerungen gesellte sich bei der menas LUX-Serie eine power-SMD-Beleuchtung, die das Lesegut gleichmäßig hell ausleuchtet. Dank der optischen Leistung und der guten Beleuchtung lässt sich die Vergrößerung häufig um eine Stufe niedriger gegenüber dem theoretisch ermittelten Bedarf wählen. Für den Optikeralltag bedeutet dies: Kunden sollten die Möglichkeit haben, das neue System auszuprobieren, um den individuellen Vergrößerungsbedarf zu ermitteln.

Die Entwicklung vom Lesestein bis hin zur menas LUX zeigt: Wissenschaftlicher Grundlagenforschung und technologischer Neuerungen ist es zu verdanken, dass Alltagshilfen zugunsten des Nutzers stets weiterentwickelt werden – für bessere optische Leistungen und mehr Sehkomfort.

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