So reagieren Ihre Augen auf schlechte Sicht beim Autofahren

So reagieren Ihre Augen auf schlechte Sicht beim Autofahren

Trübes, nebeliges Winterwetter – die Sichtverhältnisse auf der Straße sind eher suboptimal beim Autofahren. Wie wirkt sich das Wetter auf die Sichtverhältnisse beim Autofahren aus und wie reagieren Ihre Augen auf Nebel und blendende Scheinwerfer?

Schlechte Sichtverhältnisse belasten Ihre Augen

Keine andere Witterung fordert das Auge derart wie Dunkelheit und Dämmerlicht. Wenn Sie auf schlecht ausgeleuchteten Straßen unterwegs sind, müssen sich Ihre Augen besonders anstrengen. Verkehrsschilder frühzeitig erkennen, den Abstand zum Vordermann korrekt einschätzen oder die Tiefenwahrnehmung Ihres Umfeldes fallen dann schwerer als bei anderen Witterungsverhältnissen. Müdigkeit, Regen oder Nebel wirken hierbei wie ein zusätzlicher Katalysator.

Eine Herausforderung ist das blendende Scheinwerferlicht der entgegenkommenden Fahrzeuge. Trifft das Scheinwerferlicht Ihre Augen, ziehen sich die Pupillen zusammen. Durch das Zusammenziehen verkleinert sich die Öffnung, durch die grelles Licht einfallen kann. So schützt sich das Auge. Ist jedoch das Fahrzeug vorbeigefahren, sind Sie wieder im Dunkeln und die Pupillen müssen sich weiten. Hierfür benötigen Ihre Augen eine gewisse Zeit, um sich an die neuen Lichtverhältnisse anzupassen. In der Zwischenzeit ist Ihre Sicht beeinträchtigt.

So sieht Ihr Auge bei Dunkelheit

Während bei Tage die Zäpfchen in Ihrem Auge vermehrt arbeiten, werden in der Dämmerung oder bei Nacht die Stäbchen aktiv. Denn sie reagieren viel lichtempfindlicher als die Zapfen. Dank der Stäbchen können Sie auch im Dämmerlicht und bei Nacht Ihre Umgebung erkennen. Trotzdem beträgt Ihre Sehleistung im Dunkeln nur noch 20 Prozent Ihrer Sehleistung bei Tag. Mit der Folge, dass Hindernisse deutlich später wahrgenommen werden als tagsüber. Einige Sehschwächen und Krankheiten erschweren zusätzlich die Hell-Dunkel-Adaption. Beispielsweise fällt es vielen Menschen schwer, im Dunkeln zu sehen. Sie leiden unter der sogenannten Nachtblindheit. Bei ihnen arbeiten die Stäbchen nur eingeschränkt.

Im natürlichen Alterungsprozess öffnet sich die Pupille immer weniger. Weniger Licht gelangt ins Auge. Die Sehfähigkeit wird beeinträchtigt. Außerdem wächst im Alter die Wahrscheinlichkeit für eine Linsen- oder Glaskörpertrübung. Bei einer derartigen Trübung reagieren die Augen empfindlicher auf Blendungen.

Tipp: Viele Augenoptiker bieten kostenlose Sehtests an. Nutzen Sie dieses Angebot.

Ist die Sicht eingeschränkt, werden viele Fahrer langsamer und werden unsicherer. Das liegt daran, dass man zum Fahren 90 Prozent der Informationen zur Orientierung über die Augen aufnimmt. Wechseln sich jedoch Dunkelheit und aufblitzende Lichter der anderen Verkehrsteilnehmer ab, so müssen sich die Augen stets aufs Neue an die sich ändernden Lichtverhältnisse anpassen. Dies führt zu einer Reaktionsverzögerung.

Ein weiterer Grund für das erhöhte Unfallrisiko beim Fahren im Winter ist unsere innere Uhr. Ist es dunkel, schüttet der Körper vermehrt das Schlafhormon Melatonin aus. Um sich zu konzentrieren, brauchen Sie demnach deutlich mehr Energie als bei strahlendem Sonnenschein. Sind Sie nachts unterwegs, agieren Sie im Grunde gegen Ihre biologische Uhr. Denn Ihr Körper ist eigentlich in seiner Ruhephase.

So unterstützen Sie Ihre Augen beim Fahren

Sichtweite ist gleich Fahrgeschwindigkeit: Um eine angemessene Geschwindigkeit bei schwierigen Sichtverhältnissen zu finden, folgen Sie der Faustformel „Sichtweite ist gleich Fahrgeschwindigkeit". Können Sie also mehr als 50 Meter auf der Fahrbahn vor Ihnen gut erkennen, können Sie schneller als 50 km/h fahren. Liegt die Sicht jedoch unter 50 Metern, sollten Sie Ihr Tempo entsprechend auf unter 50 km/h drosseln. Orientieren Sie sich an den Leitpfosten am Straßenrand, die auf Landstraßen und Autobahnen im 50-Meter-Abstand stehen.

Vorsicht bei Nebel: Jetzt behindern Millionen mikroskopisch kleiner Wassertropfen

Ihre Sicht. Durch diese Wassersperre hindurch wird es schwierig Distanzen richtig einzuschätzen. Hindernisse erscheinen weiter entfernt, als sie es tatsächlich sind. Kalkulieren Sie deshalb deutlich mehr Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern ein.

Hinweis: Können Sie weniger als 50 Meter schauen, sollten Sie laut Straßenverkehrsordnung außerdem die Nebelschlussleuchte einschalten und Ihre Geschwindigkeit deutlich reduzieren.

Nebelscheinwerfer richtig nutzen

Nebelschlussleuchten und Nebelscheinwerfer sollten Sie nur bei einer Sichtweite von weniger als 50 Meter einsetzen. Zur Bestimmung dieser Entfernung sind ebenfalls die Leitpfosten ein wichtiger Anhaltspunkt. Verwenden Sie die Leuchten ausschließlich, wenn Sie den übernächsten Leitpfosten nicht mehr erkennen können. Verzichten Sie ansonsten auf die zusätzliche Beleuchtung, da das grelle Licht andere Verkehrsteilnehmer gefährlich blenden kann. Ansonsten gilt: Ist die Sicht durch Nebel, Schneefall oder Regen stark behindert, fahren Sie am Tage mit Abblendlicht und können zusätzlich Nebelscheinwerfer einschalten. Handelt es sich um eine erhebliche Sichtbehinderung durch Nebel, ersetzen Sie bei eingeschalteten Nebelscheinwerfern das Abblendlicht durch Standlicht. So werden Sie selbst durch den Nebel weniger geblendet.

Mit diesen Tipps bleiben Ihre Augen während der Fahrt fit – trotz anstrengender Sichtverhältnisse

  • Stellen Sie die Heizung nicht zu hoch, die trockene Luft begünstigt trockene, müde Augen.
  • Öffnen Sie regelmäßig das Fenster und sorgen Sie für ausreichend Frischluft.
  • Blinzeln Sie schnell hintereinander, um Ihre Augen zu befeuchten.
  • Schauen Sie nicht direkt in das Scheinwerferlicht entgegenkommender Fahrzeuge.

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