opti 2020: „Sehhilfen bieten Umsatzchancen, die sich Optiker sichern sollten"

opti 2020: „Sehhilfen bieten Umsatzchancen, die sich Optiker sichern sollten

28.000 Besucher, 605 Aussteller, 39 Länder – und das alles auf einer Fläche in der Größe von 9 Fußballfeldern (60.000 qm): Die Fachmesse opti ist das jährliche Auftakttreffen der Optikbranche und fand Mitte Januar 2020 erneut in München statt. 

Was wurde geboten? Matthias Daum ist Vertriebsdirektor der Eschenbach Division Optics (Sehhilfen & Sport Optik). In diesem Gespräch schildert er seine Eindrücke der diesjährigen Messe und beschreibt das Potenzial des Marktsegments der vergrößernden Sehhilfen.

Herr Daum, Sie haben als Vertriebsdirektor das Sehhilfen- und Sport Optik-Angebot von Eschenbach auf der opti 2020 in München vorgestellt. Welche Eindrücke konnten Sie auf der Messe sammeln?

Matthias Daum: In München war spürbar, dass die deutsche Augenoptikindustrie auf ein sehr erfolgreiches Geschäftsjahr zurückblicken kann, sich gleichzeitig aber auch fundamental wandelt. So waren prominente und weniger prominente Geschäftsübernahmen immer wieder ein Thema. Manche verunsichert dies, andere wiederum stellen sich aktiv den Veränderungen und schaffen sich Perspektiven. Neben diesen spannenden Gesprächen beeindruckte das Vortragsangebot auf der opti: Es gab über 30 Präsentationen rund um Themen wie Augenheilkunde, Digitalisierung oder Marketing.

Matthias Daum, Vertriebsdirektor der Eschenbach Division Optics

Im letzten Jahr war die Digitalisierung das treibende Thema auf der opti. Wie dominant war es 2020?

Matthias Daum: Hat man in den letzten Jahren noch eher abstrakt darüber gesprochen, so war die digitale Transformation auf der opti 2020 nun konkret erlebbar. Die Themenbandbreite reichte dabei von lokaler Suchmaschinenoptimierung und Social Media über digitale Geschäftsmodelle bis hin zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Diagnose. Eine der spannendsten Fragen: Wie erreiche ich künftig Kunden und Geschäftspartner? Der Endverbraucher hat sich in seinem Nutzungsverhalten radikal gewandelt: Informationen, Interaktionen und Transaktionen auf dem Smartphone werden immer wichtiger. Kunden sind im Privatleben an ein bequemes und einfaches Online-Shopping gewöhnt und wollen dies auch im Geschäftsverkehr nicht missen.

Eschenbach hat auf der opti 2020 erstmals seine Bildschirmlesegeräte der vario DIGITAL Familie und die Präsentationsflächen der Serie Optoform vorgestellt: Wie war die Resonanz der Messebesucher auf die Neuheiten? 

Matthias Daum: Sehr positiv! Es wurde deutlich, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben – hinsichtlich der Eigenentwicklung des Sortimentes der elektronischen Sehhilfen. Neben den sehr erfolgreichen mobilen elektronischen Lupen mobilux DIGITAL Touch HDsmartlux DIGITALvisolux DIGITAL HD und visolux DIGITAL XL FHD war es nur konsequent, tragbare Bildschirmlesegeräte zu entwickeln, die modern ausgestattet und intuitiv bedienbar sind. Die Produkte vario DIGITAL FHD und vario DIGITAL FHD Advanced werden an unserem Standort in Nürnberg montiert.

Die hohe Nachfrage ist sehr ermutigend. Das ist ein Umsatzpotenzial, dem sich der augenoptische Fachhandel nicht verschließen sollte. Unsere Shop-in-Shop Lösung Optoform ist in Ladengeschäften mittlerweile gesetzt: Sie bietet ein hochwertiges Präsentations- und Aufbewahrungssystem für Lupen, Sehhilfen und andere Eschenbach Optik Produkte. Der Fachhändler kann aufmerksamkeitsstark und verkaufsfördernd Produkthighlights im Laden präsentieren. Elegante Glasregale, eine beleuchtete Vitrine und ein edles Design sorgen für ein hochwertiges Präsentationsumfeld. Über unsere Gebietsleiter erhalten unsere Fachhandelspartner ein umfassendes Paket für den Neueinstieg in diesen Sortimentsbereich, inklusive kostenfreier Schulungen aller Mitarbeiter vor Ort.

Blicken wir abschließend auf das Thema demografischer Wandel: Wie lohnenswert ist es für den optischen Fachhandel, sich im Ladengeschäft verstärkt auf das Thema Sehhilfen zu konzentrieren?

Matthias Daum: Die sich verändernde Altersstruktur unserer Gesellschaft wird als Thema immer präsenter: War der Rat unsere Sehhilfen-Vertriebsmitarbeiter früher weniger gefragt, werden wir heute aktiv von Fachhändlern auf das Thema angesprochen. Bereits jetzt leben in Deutschland rund 38 Millionen Menschen, die über 50 Jahre alt sind. Das sind 46 Prozent der Bevölkerung – Tendenz steigend. Vergrößernde Sehhilfen sind für diese Menschen oft der einzige Weg, um ihre Lebensqualität zu bewahren. Mit dem Alter steigen auch Qualitätsanspruch und Markentreue der Kunden beim Augenoptiker. Solide, funktionale und langlebige Produkte werden von der Generation 50+ besonders geschätzt. Viele Betroffene wissen gar nicht, wie vergrößernde Sehhilfen und Blendschutz ihren täglichen Sehkomfort verbessern können. So gehören oft auch Brillenkunden zum Interessentenkreis. Dank der stetig steigenden Nachfrage unterliegen vergrößernde Sehhilfen von Eschenbach Optik keinen konjunkturellen Schwankungen – ganz im Gegensatz zur Brille. Sie sind die beste Ergänzung zum Brillensortiment und eröffnen dem Augenoptiker ein einträgliches, dauerhaftes Zusatzgeschäft. Diese Butter sollte sich der augenoptische Fachhandel nicht vom Brot nehmen lassen. Wir unterstützen ihn gerne dabei!   

Herr Daum, vielen Dank für dieses Gespräch.

Themenarchiv