Wie sehen Farbenblinde die Welt?

Wie sehen Farbenblinde die Welt?

Strahlendes Gelb, kühles Blau, sattes Grün und all die Facetten dazwischen: Unsere Welt ist voller Farben. Aber 8 % der Männer und 4 % der Frauen in Deutschland sind farbenblind. Das Tool „Farbwechsel" zeigt, wie diese Menschen berühmte Sehenswürdigkeiten sehen.

Auf dem Bild erstrahlt der türkische Markt in opulenten Farben – schiebt man jedoch den Regler nach links, verblasst plötzlich die Vielfalt und ein rötlicher Filter legt sich über die Szene. Jetzt sehen wir den Istanbul Basar mit den Augen eines Tritanopie-Sehenden. Nicht nur der Basar erscheint in ungewohnten Farben: auch andere Sehenswürdigkeiten wie Bauwerke, blühende Parkanlagen oder beeindruckende Landschaften zeigen uns den Blick eines Farbenblinden auf unsere Welt.

Weltweit sind 300 Millionen Menschen farbenblind. Verschiedene Farbtöne wie Rot, Grün oder Blau sehen sie ganz anders als wir. Um die jeweilige Farbbesonderheit darzustellen, hat Colour Blind Awareness in Kooperation mit einem Kontaktlinsenhändler 30 Sehenswürdigkeiten mit einer speziellen Software fotografisch bearbeitet. Per Maustaste schieben Sie den Regler und somit den Filter und sehen das Bild aus der Sicht eines Farbenblinden. Auf der einen Seite das gewohnte Farbbild, auf der anderen mit dem Filter der entsprechenden Farbfehlsichtigkeit: Protanopie, Deuteranopie und Tritanopie.

Vier Arten von Farbfehlsichtigkeit

Man unterscheidet vier Arten der Farbfehlsichtigkeit: Protanopie, Deuteranopie, Tritanopie und Achromasie. Die ersten Drei können Sie auf der Website „Farbwechsel" selbst nachvollziehen.

  1. Protanopie: Hat jemand Protanopie, so fehlen ihm die L-Zapfen in der Retina. Diese Zapfen verarbeiten langwelliges Licht. Das Licht, das die L-Zapfen anregt, liegt hauptsächlich im roten Spektrumsbereich. Daher können Protanopen nur schwer zwischen Rot und Grün sowie Blau und Grün unterscheiden.

  1. Deuteranopie: Neben Protanopie ist die Deuteranopie die meist verbreitete Art von Farbenblindheit. Hierbei fehlen die M-Zapfen, hauptsächlich auf Licht im grünen Farbbereich reagieren. Deuteranopen unterscheiden daher nur bedingt Grün von Rot und Blau.

  1. Tritanopie: Bei dieser Farbfehlsichtigkeit ist das Fehlen der K-Zapfen charakteristisch. Die K-Zapfen sind verantwortlich für die Verarbeitung von kurzwelligem Licht und werden hauptsächlich von Licht im blauen Farbbereich angeregt. Für Tritanopen ist es daher schwierig, zwischen blauen und gelben Farbtönen zu unterscheiden. Grün wird häufig mit Blau und Lila mit Schwarz verwechselt.

  1. Achromasie: Bei der vierten Farbfehlsichtigkeit handelt es sich um eine vollständige Farbenblindheit. Betroffene nehmen nur noch Kontraste, also helle und dunkle Bereiche wahr. Diese Fehlsichtigkeit wird im Tool nicht dargestellt – Sie können sich das Sehen jedoch wie die Betrachtung einer schwarz-weiß-Fotografie vorstellen.

Sie wollen das Tool entdecken und sich selbst ein Bild machen: Dann klicken Sie hier.

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