Vermeidbare Kinderblindheit und welche Behandlung helfen könnte

Vermeidbare Kinderblindheit und welche Behandlung helfen könnte


Jedes Jahr erblinden zwischen 250.000 und 500.000 Kinder – und das, obwohl eine medizinische Behandlung viele der Krankheiten stoppen könnte. Unser Blogbeitrag widmet sich dem Phänomen und sucht nach Lösungen.

Blindheit bei Kindern ist noch immer ein Problem. Bereits jetzt sind weltweit schätzungsweise 1,4 Millionen Kinder von Blindheit betroffen. Besonders in den Entwicklungsländern steigt die Anzahl: In Asien (700.000 Kinder) und Afrika (300.000 Kinder) treten die meisten Fälle auf. Werden in der frühen Kindheit Symptome nicht erkannt und Augenerkrankungen nicht behandelt, so führt dies zwangsläufig zu Sehbehinderungen oder Blindheit. Gründe für die fehlende Diagnose und Behandlung gibt es viele: Sie hängen jedoch stets eng mit dem Zugang zu allgemeinmedizinischer und augenmedizinischer Versorgung zusammen. Die mangelnde medizinische Versorgung zeigt sich besonders im Fehlen notwendiger Fachärzte. Statistisch gesehen muss sich ein Augenarzt in Afrika um eine Million Patienten kümmern – in Deutschland sind es rund 13.000.


Die Erblindeten müssen sich nicht nur an ein Leben mit Blindheit gewöhnen, sondern erfahren zusätzlich immense Einschnitte. Fehlt diesen Kindern die Förderung, erleben sie Benachteiligungen im Bereich der Bildung sowie ihrer körperlichen und sozialen Entwicklung. Denn blinden Kindern bleibt der Schulbesuch oftmals verwehrt. In Entwicklungsländern tragen Kinder bereits eine wirtschaftliche Rolle für den Erhalt der Familie. Erblinden sie, dann wächst die wirtschaftliche Belastung für die Familie. Fehlende Ausbildungsmöglichkeiten führen dazu, dass rund 80 Prozent der blinden Erwachsenen ohne Arbeit sind. Ohne Schulbildung verharren die Kinder und ihre Familien in Armut.

Ursachen der Kinderblindheit. Grundsätzlich sind weltweit angeborene Behinderungen als generelle Erblindungsgefahr für Kinder feststellbar. In Entwicklungsländern sind besonders der Graue Star und der Grüne Star präsent. Während Masern und Vitamin-A-Mangel in einkommensschwachen Ländern häufig der Auslöser für Hornhautvernarbungen sind, tritt in Ländern mit mittlerem Einkommen deutlich häufiger die Frühgeborenen-Retinopathie auf. Bei dieser Augenkrankheit entwickeln sich bei Frühgeborenen die Blutgefäße in der Netzhaut enorm. Als Ursache der Frühgeborenen-Retinopathie konnte eine unvollständige Ausreifung der Netzhaut und die Sauerstoffversorgung bei der künstlichen Beatmung im Brutkasten festgestellt werden.

Häufigste Augenkrankheiten, die bei Kindern zu Erblindungen führen können:

  • Grauer Star (Katarakt)
  • Trachom
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Flussblindheit (Onchozerkose)
  • Vitamin-A-Mangel (Keratomalazie)


Vermeidbare Kinderblindheit und mögliche Behandlungsmöglichkeiten. Fehlsichtigkeiten können leicht festgestellt und mithilfe einer Brille, Kontaktlinsen oder eines operativen Eingriffs behoben werden. Schätzungsweise 75 Prozent der Sehbehinderungen und Erblindungen sind vermeidbar: Beispielsweise durch eine einfache, kostengünstige Operation wie beim Grauen Star (Katarakt) oder durch die Vergabe hochdosierter Vitamin-A-Kapseln. Die beste Hilfe wäre eine, die die Einwohner dazu befähigt, selbständig zu agieren. Hierfür ist ein flächendeckender Ausbau von Basisgesundheitsdiensten mit Kenntnissen über Kinderaugenheilkunde notwendig. Außerdem benötigen die Betroffenen nicht nur eine medizinische Versorgung, sondern auch Ausbildungsmöglichkeiten, bei denen auf ihre Situation eingegangen wird.

Und auch Sie können einen Teil beitragen: Indem Sie entsprechende Projekte unterstützen, die sich der Bekämpfung von Kinderblindheit widmen.
 

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