Seiichi Miyake: Erfinder des Blindenleitsystems

Seiichi Miyake: Erfinder des Blindenleitsystems

Unauffällig und doch überall zugegen: Das Blindenleitsystem begegnet uns jeden Tag an Kreuzungen, auf Fußgängerwegen und in den Innenstädten. Die in das Pflaster eingelassenen Platten mit fühlbaren Rillen und Noppen weisen Blinden und Menschen mit Sehbehinderungen den Weg. Hinter der Erfindung, die nun seit 52 Jahren auf der ganzen Welt zu finden ist, steckt der Japaner Seiichi Miyake.

Miyake wollte ursprünglich nur einem Freund, dessen Sehkraft nachgelassen hatte, das Leben im öffentlichen Raum erleichtern. Der Japaner erfand ein einfaches tastbares Bodenleitsystem mit den auch heute noch verwendeten Noppen und Rillen und investierte sein eigenes Geld in die Entwicklung dieses Bodenleitsystems. 1967 wurden diese dann erstmals in einer Straße in der Nähe der Okayama Blindenschule eingeführt. Seitdem sind die besonderen Bodenplatten überall auf der Welt zu finden und erleichtern Blinden und Sehbehinderten wesentlich das Leben. Google ehrte Seiichi Miyake im März sogar mit einem eigens designten Google Doodle.

Wie funktioniert das Blindenleitsystem?

Ob Aus- und Eingänge, Treppen oder Kreuzungen: Insbesondere an Orten, die Gefahrenpotenzial für Sehbehinderte oder Blinde haben, ist das Leitsystem wichtig. Es besteht zum einen aus Leitstreifen, die zur Führung und Orientierung dienen. Sie helfen den Menschen mit Sehbehinderung, Hindernisse zu umgehen und die Richtung zu weisen. Die Rillen können einfach mit einem Blindenstock erfühlt werden.

Noppenplatten werden dagegen als Aufmerksamkeitsfeld und zur Warnung eingesetzt. Sie findet man oft an Bordsteinkanten und Kreuzungen. Das Noppenpflaster lässt sich dabei nicht nur mit dem Blindenstock, sondern sogar mit den Füßen ertasten und ist daher zur Warnung sehr gut geeignet.

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