And the Winner is: Deutscher Hörfilmpreis 2018

And the Winner is: Deutscher Hörfilmpreis 2018

Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen. Denn Hörfilme ermöglichen es blinden und sehbehinderten Menschen, Filme als Ganzes wahrzunehmen und zu genießen. Die besten Hörfilme des Jahres wurden unlängst bei der Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises 2018 gekürt. Die festliche Verleihung fand am 20. März im renommierten Berliner Kino International statt. Durch den Abend führte wie im Vorjahr Steven Gätjen. Unter den Gästen war zahlreiche Prominenz aus Film und Fernsehen, Wirtschaft und Politik vertreten. Musikalisches Highlight der Veranstaltung war der Auftritt der Band Mighty Oaks.

Sechzehn Produktionen hatten es im diesjährigen Rennen um den Titel mit ihren hochwertigen Bildbeschreibungen unter die Finalisten geschafft. In der Kategorie Kino machte das Drama „Licht" das Rennen. Eingereicht wurde der Film vom Farbfilm Verleih. Der Zweiteiler „Landgericht – Geschichte einer Familie", eingereicht vom ZDF, gewann den Preis in der Kategorie TV. Zum besten Kinder- und Jugendfilm wurde „WENDY – Der Film", eingereicht von Bantry Bay Produktion, gekürt. Der Preis für die beste Dokumentation ging an „Rabbi Wolff", eingereicht von der Berlin Basis Postproduktion GmbH. Der Publikumspreis ging mit großen Vorsprung an „In aller Freundschaft", eine Produktion des MDR.

Ein Hörfilm ist ein Kino- oder Fernsehfilm, der mit zusätzlichen Bildbeschreibungen versehen ist. Mithilfe sogenannter Audiodeskriptionen werden die visuellen Elemente einer Szene, wie die Handlung, die Mimik und Gestik der Protagonisten sowie das Dekor, in den Dialogpausen knapp erläutert. So ermöglichen Hörfilme ein inklusives Filmerlebnis.

Seit 2002 verleiht der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) den Deutschen Hörfilmpreis und zeichnet damit herausragende Hörfilme sowie Projekte aus, die diese barrierefreien Filmerlebnisse voranbringen. Die Verleihungen wurden stets zum Anlass genommen, Themen rund um den Hörfilm in den Fokus zu rücken und Fortschritte bei der gleichberechtigten Teilhabe blinder und sehbehinderter Filmfans zu feiern. Über die Jahre hat die Preisverleihung immer mehr an Bedeutung für barrierefreie Filme gewonnen und so zu einem wachsenden Angebot an Produktionen mit Audiodeskription auf dem deutschen Markt beigetragen.

Das Hörfilmangebot in Deutschland hat sich von anfangs nur acht Sendeterminen im Jahr 1997 über rund 950 Hörfilm-Ausstrahlungen im Jahr 2010 zu inzwischen ca. 20 Sendeterminen pro Tag im TV und vielen Filmen im Kino und auf DVD gesteigert. Neben Spielfilmen, Serien, Dokumentationen strahlen die öffentlich-rechtlichen Sender auch Unterhaltungssendungen und große Sportereignisse wie die Fußball-WM und die Olympischen Spiele mit Live-Audiodeskription aus. Das private Fernsehen beteiligt sich bedauerlicherweise weder an der Produktion, noch an der Ausstrahlung von Hörfilmen.

Foto: Alle Preisträger beim 16. Deutschen Hörfilmpreis am 20. März 2018, © DBSV/Oliver Ziebe

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