Paralympische Winterspiele: Disziplinen für Sehbeeinträchtigte

Paralympische Winterspiele: Disziplinen für Sehbeeinträchtigte

Vom 9. bis 18. März finden die 12. paralympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang statt. In insgesamt 80 Wettkämpfen in sechs Sportarten messen die weltbesten Athleten mit Handicap ihre Kräfte. Auch blinde und sehbehinderte Sportler gehen an den Start. Ihre Disziplinen sind Para Ski Alpin sowie Para Ski Nordisch.

Klassifizierung

Die Sehfähigkeit der antretenden Sportler ist entweder durch eine Störung der Funktion des Auges, des Sehnervs, der Augenstruktur oder des visuellen Cortex im Gehirn beeinträchtigt. Um sehbehinderten Athleten überhaupt die Zulassung zur Starterlaubnis zu geben, muss jeder Sportler zunächst klassifiziert werden. Das International Paralympic Commitee (IPC) unterscheidet bei den Wintersportarten folgende Startklassen: B1 vollblind: Keine bis leichte Lichtempfindung in beiden Augen. B2 stark sehbehindert: Sehrest von maximal 3,3 Prozent und/oder eine Gesichtsfeldeinschränkung von weniger als 5 Grad. B3 sehbehindert: Sehrest von maximal 10 Prozent und/oder einer Gesichtsfeldeinschränkung von 5 bis 20 Grad. Sämtliche Klasseneinteilungen erfolgen dabei mit der Sehschärfe des besseren Auges und bei bestmöglicher Korrektur. Bei den Gesichtsfeldern werden zentrale und periphere Zonen mit einbezogen.

Para Ski Alpin: Kommandos weisen den Weg

Beim Para Ski Alpin werden fünf Disziplinen unterschieden: Abfahrt, Super-G, Riesenslalom, Slalom und Super-Kombi. Zwar werden die Athleten anhand der Sehstärke und Gesichtsfeldeinschränkung wie oben beschrieben in drei Klassen eingeteilt, treten aber in einem Wettkampf gegeneinander an. Um faire und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, werden die Zeiten über ein spezielles Faktorensystem berechnet. Je stärker die Beeinträchtigung, desto langsamer läuft die Uhr. Allen Disziplinen gemein ist, dass sehbehinderten Skifahrern ein Guide vorausfahren muss, der mittels Audio- oder Lichtsignalen mit den Athleten kommuniziert. Er gibt während des Rennens Anweisungen und Informationen zur Pistenbeschaffenheit, Schneeverhältnissen, Rhythmus oder Torabfolgen. Jedes Team hat dabei abhängig von der Sehstärke und individuellen Vorlieben des Athleten sein eigenes Kommunikationssystem, z.B. „Geht" für die korrekte Richtung oder „Hopp" zur Anzeige des Schwung- bzw. Richtungswechsels. Erst nach dem letzten Tor vor dem Ziel darf der Athlet seinen Guide überholen.

Para Ski Nordisch: Treffsicher dank Infrarot-Technik

Ähnlich wie beim Para Ski Alpin ist auch bei Sportarten wie Langlauf oder Biathlon ein Guide in Hör-/Sichtweite Pflicht. Dieser fährt voraus und weist dem Athleten durch möglichst genaue Ansagen die Richtung. So beschreibt er beispielsweise die Krümmung einer Kurve anhand des Ziffernblattes einer Uhr. Der Ruf „Links auf neun" kündigt eine 90 Grad-Kurve nach links an. „Rechts auf eins" bedeutet hingegen, dass eine leichte Rechtskurve bevorsteht. Beim Schießen sind die Biathleten jedoch auf sich selbst gestellt. Ein spezielles Infrarot-System ermöglicht es sehbehinderten Schützen, mit dem Gehör zu zielen. Dabei sendet die Zielscheibe ein Infrarotsignal aus, welches in ein Tonsignal umgewandelt wird. Je näher der Gewehrlauf das Zentrum der Zielscheibe anvisiert, desto höher wird der Ton.

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