Weltkrebstag: Augentumore

Weltkrebstag: Augentumore

Am 4. Februar ist Weltkrebstag. Auch wenn maligne Tumore am Auge vergleichsweise selten auftreten, werden sie häufig erst spät erkannt. Zu den häufigsten Krebsarten im Bereich des Auges zählen das Uvealmelanom bei Erwachsenen und das Retinoblastom bei Kindern.

Uvealmelanom

Das Uvealmelanom, oder auch Aderhautmelanom, ist die am häufigsten auftretende Augenkrebserkrankung bei Erwachsenen. Es entsteht aus Pigmentzellen in der Aderhaut, die sich unkontrolliert vermehren. Etwa einer von 100.000 bis 200.000 Erwachsenen ist betroffen. Besonders Menschen im Alter von 60 bis 70 Jahren sind gefährdet, an einem Aderhautmelanom zu erkranken. Als Hauptursache für die Entstehung von Augentumoren gilt genetische Veranlagung. Es wird jedoch vermutet, dass auch übermäßig viel UV-Strahlung eine mögliche Ursache darstellen könnte.

Ein Uvealmelanom verursacht lange Zeit keine Symptome. Da die Aderhaut nicht mit dem Lymphsystem verbunden ist, breitet sich der Augenkrebs über die Blutbahn aus. So kann der Tumor im Auge ungehindert wachsen und im schlimmsten Fall auch Metastasen in anderen Körperregionen bilden. In etwa 50 Prozent der Fälle entstehen Tochtergeschwülste in der Leber. Erst im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Sehstörungen. Symptome wie Lichtblitze, unscharfes Sehen und Gesichtsfeldausfälle sind charakteristisch.

Bei Beschwerden untersucht der Augenarzt bei einer Ophthalmoskopie den Augenhintergrund. Dazu verabreicht er dem Patienten zunächst pupillenerweiternde Tropfen. Anschließend leuchtet der Augenarzt mit einer Lupe und einer Lichtquelle durch die Pupille auf den Augenhintergrund. Auf diese Weise kann er Veränderungen der Aderhaut, der Netzhaut und des Sehnervs erkennen. Bei Verdacht auf einen Tumor, wendet er zusätzlich ein bildgebendes Verfahren wie eine Ultraschall-Untersuchung an.

Die Behandlung des Tumors im Auge hängt von dessen Größe, Position und dem Stadium ab. Bei kleineren Melanomen wird zumeist eine lokale Strahlentherapie durchgeführt. Dazu wird ein winziger Strahlenträger für einen exakt berechneten Zeitraum chirurgisch auf die Lederhaut aufgenäht. Hat die Geschwulst eine bestimmte Größe überschritten oder liegt der Tumor für eine örtliche Bestrahlung ungünstig, kommt eine Protonentherapie oder eine Bestrahlung mit einem Linearbeschleuniger infrage. In schwerwiegenden Fällen muss unter Umständen das komplette Auge entnommen werden.

Um das Augenlicht zu retten und eine Ausbreitung des Tumors auf andere Bereiche des Körpers zu verhindern, ist eine Früherkennung der Tumoren äußerst wichtig. Aufgrund des schleichenden Fortschritts der Erkrankung sind Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt dringend anzuraten.

Retinoblastom

Das Retinoblastom ist der häufigste Augentumor im Kindesalter. Es betrifft fast ausschließlich Säuglinge und Kleinkinder im Alter unter fünf Jahren. Er geht aus unreifen Netzhautzellen hervor, die sich ungebremst teilen und so eine Wucherung auslösen. Durchschnittlich erkrankt etwa eines von 18.000 bis 20.000 Neugeborenen daran. Ursache ist eine Genmutation, die in 90 Prozent der Fälle spontan auftritt. Nur in etwa zehn Prozent ist die Erkrankung erblich bedingt.

Das auffälligste Symptom für ein Retinoblastom ist das weißliche Aufleuchten der Pupille bei Gegenlicht. Diese sogenannte Leukokorie lässt sich einfach durch Gegenlichttests feststellen, z.B. mithilfe von Blitzlichtfotos. Dabei erscheint die Pupille auf dem Bild nicht rot oder schwarz, sondern weißlich. Auch ein plötzlich auftretendes Schielen des Kindes kann ein Anzeichen für ein Retinoblastom sein.

Auch das Retinoblastom wird mithilfe einer Untersuchung des Augenhintergrundes diagnostiziert. Dazu bedarf es einer Ophthalmoskopie. Bei einer frühzeitigen Erkennung des Retinoblastoms stehen die Heilungschancen sehr gut. Liegt die nicht-erbliche Form vor, liegen die Heilungsraten bei bis zu 90 Prozent.

Ist die Geschwulst noch klein, eignen sich lokale Methoden wie Wärme- oder Kältetherapie zur Behandlung. Bei zwei Drittel aller Betroffenen ist nur ein Auge betroffen. In diesem Fall wird in der Regel der gesamte Augapfel operativ entfernt. Auch wenn sich das Retinoblastom schon zu sehr ausgeweitet hat, erfolgt die Enukleation. Anschließend wird ein künstlicher Platzhalter eingesetzt. Dieses Implantat trägt der Patient dauerhaft. Sind beide Augen betroffen, kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz. Ziel ist, zumindest an einem Auge die Sehfähigkeit zu erhalten.

Themenarchiv