Retinoblastom im Fokus

Weltkrebstag

Weltkrebstag

Seit 2006 ist der 4. Februar Weltkrebstag: Mehr als 300 Organisationen aus 86 Ländern machen sich an diesem Tag für die Vorbeugung, Erforschung und Behandlung von Krebserkrankungen stark. Wir möchten den Aktionstag zum Anlass nehmen, auf die Arbeit der KinderAugenKrebsStiftung aufmerksam zu machen und über Diagnose und Behandlung des Retinoblastoms aufmerksam zu machen.

Bösartig, selten, heilbar

Das Retinoblastom ist der häufigste im Auge auftretende bösartige Tumor im Kindesalter. Auf 18.000 bis 20.000 lebend geborene Kinder kommt ein Erkrankungsfall. Umgerechnet bedeutet dies, dass in Deutschland mit etwa 50 bis 60 Erkrankungsfällen pro Jahr zu rechnen ist. Da das Retinoblastom nur in unreifen Netzhautzellen entstehen kann, sind fast ausschließlich Kinder unter 5 Jahren betroffen. Wird die Krankheit frühzeitig erkannt und behandelt, bestehen gute Heilungschancen. 95 % der Patienten werden geheilt. Bei der frühzeitigen Erkennung können sechs Warnzeichen und der Retinoblastomtest helfen – Eltern können durch genaue Beobachtung so überprüfen, ob ihr Kind möglicherweise an dieser Form des Augenkrebses erkrankt ist.

6 Warnzeichen und 1 Test

Fotos liefern die ersten beiden Warnzeichen für ein Retinoblastom: Blitzlichtfotografien produzieren normalerweise die typischen roten Pupillen – leuchtet bei einer Fotografie eine Pupille nicht rot, sondern, gelblich, weiß oder orange auf, kann dies ein erstes Warnzeichen für ein Retinoblastom sein. Doch nicht immer steckt ein Tumor dahinter: Auch, wenn das Blitzlicht ganz genau den Sehnerv trifft, leuchtet eine Pupille weiß auf – nur ein Augenarzt kann ein Retinoblastom mit Sicherheit diagnostizieren. Dieser sollte auch aufgesucht werden, wenn auf einem Blitzlichtfoto nur eine der Pupillen rot und die andere schwarz erscheint. Als drittes Warnsignal gilt das Schielen – doch auch dieses kann vielfältige Ursachen haben und das Retinoblastom ist nur eine davon. Schielen sollte ohnehin auf seine Ursachen hin untersucht werden, der Gang zum Augenarzt ist also unvermeidlich. Häufige Augenentzündungen und Schwellungen oder die Veränderung der Irisfarbe gelten ebenfalls als Warnzeichen für ein Retinoblastom, können aber auch andere Ursachen haben und sollten untersucht werden. Das sechste Warnzeichen ist die Verschlechterung der Sehfähigkeit: Sobald Eltern bemerken, dass ihr Kind schlechter als zuvor oder schlechter als andere Kinder sieht, sollten sie ebenfalls einen Termin beim Augenarzt vereinbaren und auf einer gründlichen Untersuchung bestehen. Mit dem Retinoblastomtest können Eltern feststellen, ob ihr Kind möglicherweise erkrankt ist. Der Test wird mit einer Blitzlichtkamera, am besten einer Digitalkamera durchgeführt. Sollte die Kamera mit einer „Anti-Rote-Augen"-Funktion ausgestattet sein, muss diese zuvor natürlich ausgeschaltet werden. Dann wird ein Foto mit eingeschalteter Blitzlichtfunktion aus ca. 4 m Entfernung geschossen. Mit der Zoomfunktion kann der ganze Kopf des Kindes aufgenommen werden. Wichtig ist außerdem, dass das Foto das Gesicht des Kindes frontal aufnimmt und dass der Raum abgedunkelt ist, damit die Pupillen geweitet sind. Unter diesen Umständen zeigen gesunde Augen auf dem Foto die typische rote Reflektion. Sollte dies nicht der Fall sein, sollten Eltern das Foto einem Augenarzt, einer Augenklinik oder einem Zentrum für Augenheilkunde vorlegen. Auch dieses Verfahren bietet nur Hinweise auf eine mögliche Erkrankung: Die ungewöhnliche Färbung der Pupillen auf dem Foto kann mannigfaltige Gründe haben, und in manchen Fällen führt die Erkrankung auch nicht zur typischen Weiß- oder Gelbfärbung der Pupille. Dennoch kann der Test Eltern helfen, einen Verdacht zu begründen oder sie gegebenenfalls zu beruhigen.

Behandlung

Je nach Alter des Kindes und Zeitpunkt der Diagnose werden unterschiedliche Behandlungsmethoden angewandt: Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors und damit die Heilung der Krebserkrankung, denn hier steht das Überleben im Vordergrund. Die Erhaltung der Sehkraft ist zwar wünschenswert, in diesem Zusammenhang aber ein nachgeordnetes Ziel. Häufig wird der Tumor zunächst operativ entfernt. Meist muss hierzu auch der gesamte Augapfel entfernt werden, doch Augenmuskel und Tränendrüsen werden dadurch nicht beeinträchtigt. Mit einem Implantat und einem individuell angepassten Glasauge kann ein natürliches Auge so häufig täuschend echt nachgeahmt werden. Je nach Größe und Lage des Tumors ist die Operation bereits ausreichend, die Krebserkrankung zu heilen. Ansonsten bieten Strahlen- und Chemotherapie Möglichkeiten, im Körper verbliebene Tumorzellen oder kleine Metastasen zu vernichten. Für sehr kleine Tumore eigenen sich außerdem Laser- oder Kryotherapie, die die Tumorzellen durch Laserstrahlen oder niedrige Temperaturen zerstören.

Beraten, aufklären, forschen: Die Arbeit der KinderAugenKrebsStiftung

Seit 2009 setzt sich die KinderAugenKrebsStiftung unermüdlich für Aufklärung und Forschung zum Thema Kinderaugenkrebs ein. Sie unterstützt Projekte in Deutschland, Europa und weltweit, um die Versorgung der kleinen Patienten zu verbessern. Auf der Homepage der Organisation finden Sie ausführliche Informationen zum Thema, Beratungsangebote, Berichte von Betroffenen. Hier haben Sie außerdem die Möglichkeit, die Stiftung mit Spenden zu unterstützen.

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