Paralympische Sommerspiele 2016

Dabeisein ist alles!

Dabeisein ist alles!

Endlich ist es soweit: Am 7. September starteten die paralympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro. Zwölf Tage lang werden Sportlerinnen und Sportler aus 179 Nationen in 22 Sportarten um die Medaillen kämpfen. Aus Deutschland sind etwa 140 Athletinnen und Athleten an den Start gegangen, die dem olympischen Eid folgend „im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft" antreten. Beste Medaillenchancen für die deutschen Sportlerinnen und Sportler rechnet sich der Deutsche Behindertensportverband (DBS) übrigens in den Kernsportarten Radsport und Leichtathletik aus.

Geschichte des Wettbewerbs

1948 fanden die ersten Sportspiele für Rollstuhfahrer parallel zu den olympischen Sommerspielen statt – seit 1960 gibt es regelmäßig sportliche Wettkämpfe für Behinderte, und seit 1988 gilt die Regel, dass diese am gleichen Ort stattfinden wie die jeweiligen olympischen Sommerspiele. Seit den olympischen Sommerspielen 2012 sind die Ausrichter auch dazu verpflichtet, ein Konzept für den paralympischen Wettkampf vorzulegen.

Neben den Paralympics, dem größten und wichtigsten sportlichen Wettbewerb für Menschen mit Behinderung, gibt es noch viele weitere, die sich häufig auf spezielle Handicaps beziehen, etwa die Deaflympics für Gehörlose und die Special Olympics für Menschen mit kognitiver Behinderung.

Faire Bedingungen für spezielle Einschränkungen

Um die Spiele ganz im Sinne des olympischen Gedankens möglichst fair zu gestalten, werden die Sportlerinnen und Sportler mithilfe eines komplexen Systems in Klassen eingeteilt, die sie zu Gruppen von Menschen zusammenfassen, deren Behinderungen sie vergleichbar stark bei der Ausübung der jeweiligen Sportart einschränken. Grundlage für diese Klassifizierung ist die grobe Einteilung in Amputierte, Menschen mit Zerebralparese, Sehbehinderte, Rollstuhlsport, Kleinwüchsige und die sogenannten „Les Autres" („Die Anderen, alle Übrigen"), die in keine der anderen Kategorien eingeordnet werden können. Je nach sportlicher Anforderung werden von dieser Einteilung ausgehend sportliche Klassen gebildet, die die Vergleichbarkeit der Leistungen sicherstellen soll. Um faire und gleiche Bedingungen für alle zu bieten, werden auch bestimmte Hilfsmittel eingesetzt: So treten im 5-a-Side-Fußball pro Mannschaft fünf sehbehinderte und vollblinde Spieler gegeneinander an, wobei die Feldspieler blickdichte Augenbinden tragen und nur die Torhüter sich im Grad ihrer Sehbehinderung unterscheiden.

Mediale Aufmerksamkeit – barrierefrei!

In den Anfangsjahren fristeten die Spiele für Behinderte medial eher ein Schattendasein – das hat sich in den letzten Jahren glücklicherweise geändert. ARD und ZDF berichten von den paralympischen Sommerspielen, sowohl live im Fernsehen als auch in Highlight-Sendungen und natürlich mit einem erweiterten Angebot online. Die ARD wirbt damit, dass sie rund 75 Stunden paralympischen Sport übertragen wird, das ZDF etwa 70 Stunden, von denen allerdings über die Hälfte nur online zu sehen sein wird. Alle Sendungen werden mit Audiodeskriptionen für blinde und sehbehinderte Menschen versehen – gerade beim Behindertensport sind die Medien vorbildlich, was Barrierefreiheit angeht.

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