Ausflugstipps rund um die Optik und den Sehsinn

Ab ins Museum!

Ab ins Museum!

Sommerzeit ist Reisezeit - für alle, die im Urlaub genug gefaulenzt haben oder durch schlechtes Wetter an Freizeitaktivitäten an der frischen Luft gehindert werden, haben wir ein paar museale Auflugstipps rund ums Sehen zusammengestellt.

Rathenow - Stadt der Optik

Rathenow an der Havel, etwa 70 Kilometer westlich von Berlin, wird auch die „Stadt der Optik" genannt: Sie wurde Ende des 19. Jahrhunderts zum Zentrum der deutschen optischen Industrie, viele Jahrzehnte lang arbeiteten mehrere tausend Menschen in diesem Bereich. Im Kulturzentrum Rathenow befindet sich das Optik Industrie Museum Rathenow: In der Dauerausstellung wird die Geschichte der optischen Industrie vom Beginn bis zu Gegenwart mit vielen Exponaten anschaulich vermittelt. Wechselnde Sonderausstellungen vertiefen bestimmte Aspekte und liefern spektakuläre Einblicke in die Entwicklung der Optik.

Hannover oder Berlin – Blindenmuseen

Nur zwei museale Einrichtungen in Deutschland beschäftigen sich explizit und ausschließlich mit Blindheit: Das Deutsche Blindenmuseum in Berlin und das Blindenmuseum Hannover im Schulgebäude der Landesbildungsstelle für Blinde in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Wer sich über die historische Entwicklung der Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte informieren möchte, kann diese in beiden Museen anhand zahlreicher Originalgegenstände plastisch erfahren.

Besuch beim niederländischen Nachbarn – das Nationale Brillenmuseum in Amsterdam

Het Nationaal Brilmuseum in Amsterdam ist ein kleines, aber feines, familiengeführtes Museum, das eine Sammlung von Brillenmodellen zeigt, die über 4 Generationen aufgebaut wurde. Auf zwei Stockwerken residiert die Sammlung über einem Brillengeschäft, das selbst schon museal anmutet. In nostalgischem Ambiente sind 700 Jahre Brillengeschichte erlebbar.

Optische Phänomene – Sinnestäuschungen hautnah erleben

Lingelbachs Scheune in Leinroden stellt laut eigener Aussage eine der größten Sammlungen optischer Phänomene weltweit dar. Die Besucher sind dazu eingeladen, die Funktionsweise ihrer optischen Wahrnehmung spielerisch über deren Fehler und Täuschungen zu erleben. Die Scheune ist ans Institut für Augenoptik angegliedert – da sie nur in Begleitung eines Betreuers besucht werden, kann ist es notwendig, vor dem Besuch einen Termin zu vereinbaren.

Auch in den zahlreichen Kindermuseen Deutschlands sowie in den sogenannten Science Centern ist Optik und vor allem das Phänomen der optischen Täuschung immer wieder zentrales Thema. So lassen sich etwa in der Dauerausstellung des phæno in Wolfsburg Phänomene aus Naturwissenschaft und Technik mit allen Sinnen erfahren – beeindruckend ist außerdem das Gebäude in der Wolfsburger Innenstadt, das von Star-Architektin Zaha Hadid entworfen wurde. Die INSPIRATA in Leipzig bietet als Zentrum für mathematisch-naturwissenschaftliche Bildung einen außerschulischen Lernort, an dem Interesse geweckt, Wissen vermittelt und Kompetenzen gefördert werden sollen.

Sehbehinderte im Museum – Ausgezeichnete Vermittlungsprogramme

Viele Museen bemühen sich um barrierefreie Ausstellungen, die auch Sehbehinderten ein gehaltvolles Ausstellungserlebnis zwischen Bildung und Unterhaltung bieten. Die Aktion Mensch hat eine Liste an Museen zusammengestellt, die mit besonders gutem Beispiel vorangehen und zum Beispiel Tastführungen für blinde Besucher anbieten – auch für Sehende sind diese Veranstaltungen eine lohnende Erfahrung, die den Horizont erweitert.

Themenarchiv